Willkommen!

In kleinen Städten sind alle Menschen Nachbarn. Da grüßt man sich von jeher auf der Straße, das zugeworfene Wort über den Gartenzaun blüht, der launige Schnack beim Einkaufen auch. Zeit und Lust zum Erzählen und zum Zuhören, wo die Neugier schnell geweckt ist und die Gelegenheit immer passt, sind ein Stück Lebensqualität des ländlichen Raumes, und Mecklenburg-Vorpommern ist ländlicher Raum schlechthin. Der Gesprächskreis Jarmen pflegt das wertvolle kleine Kulturgut mit ausgesuchtem Gesprächsstoff aus Bildung, Wissenschaft und Kultur im weitesten Sinne.

 

(Zur Orientierung auf diesen Seiten: Der Gesprächskreis veranstaltet Vortrags- und Diskussionsabende, Kunstausstellungen, Konzerte, Exkursionen, Fragestunden, Film- und Kabarettabende und immer kleine Sammlungen für lokale soziale Projekte. Die regulären monatlichen Veranstaltungen finden Sie in der Rubrik Aktuell, frühere Gesprächskreise unter Archiv, eine Dokumentation in Presseberichten unter Nordkurier, Informationen zu besonderen Veranstaltungen unter Aktionen, (derzeit im Vordergrund : Jarmen 750 tut gut), Verantwortlichkeiten und Anschriften unter Wer und Wo? und weitere Hinweise unter Interessante Links.)  

 

Konzept

Die Idee des Gesprächskreises ist, regelmäßig Menschen, die etwas zu sagen haben, und Menschen, die es gerne hören möchten, zu Themenabenden, im Gespräch, für einen Gedankenaustausch zusammenzubringen. Die Themen sind mal tagesaktuell, mal immergrün. Man trifft sich zu Vortrag und Diskussion, gerne an einem Donnerstag um 19 Uhr einmal im Monat, es gibt einen Imbiss, und eine kleine, philanthropische Spendensammlung mit Auslosung ihrer Verwendung gehört auch dazu, Jarmen tut gut. Der Gesprächskreis bietet dafür den Treffpunkt und einen unverbindlichen Rahmen. Der Eintritt ist frei, die Einladung öffentlich.

Blick zurück

Der Gesprächskreis September 1994 ist die erste Veranstaltung, sie findet im Jubiläums-jahr der 725. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung der Kleinstadt an der Peene statt. Professor Reddy, ein Arzt und Krebsforscher aus Hyderabad, Indien, wirft mit einem Vortrag zu Kultur und Gesellschaft seines Heimatlandes und bei indischem Essen einen Blick über die Peene.

   Der Gesprächskreis Mai 1997 gehört zum Besuchsprogramm einer Delegation aus der polnischen Partnerstadt Susz. Der Physiker Professor Klaus Fesser widmet sich Fragen der zukünftigen Energieversorgung in der Region und dem europäischen ITER-Projekt.          Der Gesprächskreis Juli 2000 lädt nach Greifswald ein. Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass und Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchen auf Einladung des Rektors die Aula der Universität und sprechen über Literatur, die Förderung der schönen Künste und den kulturellen Austausch im ländlichen Raum. Besonders die Jarmener unter den Gästen, die der gerade ins Amt eingeführte  Rektor eingeladen hat, hören es mit großer Aufmerksamkeit.

   Der Gesprächskreis Juli 2002, wieder in Jarmen, ist die 50. Veranstaltung und widmet sich der Frage: "Was ist Glück?" Bundespräsident Johannes Rau schreibt zu einem Protokoll des Abends, er habe "manches Anregende über den Zusammenhang zwischen dem Glück des Einzelnen und der Verantwortung der Politik gefunden. Ich wünschte mir, dass wir in der Öffentlichkeit viel mehr über solche Fragen diskutierten." Die Diskussion in Jarmen wird jedenfalls in einem Büchlein festgehalten, "Der Muße und Erkenntnis - Plädoyer für die Kultur der ländlichen Gesprächskreise ".                                                           Der Gesprächskreis Februar 2011 startet die Aktion Jarmen tut gut. Es werden 60 Euro und 50 Cent gesammelt, als Verwendungszweck wird ausgelost: Briefmarken für das Kirchgemeindebüro. Der folgende Gesprächskreis bringt  73,56 Euro zusammen, diesmal als Spende für die Opfer der Reaktorkatastrophe in Japan. Seitdem ist über 75 mal gesammelt worden für Jarmen tut gut.

   Der Gesprächskreis Juli 2012 unter dem Thema "Lauter Lieblingsplätze" und mit einem Hauptvortrag von Professor Michael Succow wird in einem weiteren Buch dokumentiert, "...wo uns Mecklenburg-Vorpommern besonders gut tut". Viele Autorinnen und Autoren geben Tipps. "Es fällt mir schwer, mich für einen einzelnen Lieblingsplatz in Mecklenburg-Vorpommern zu entscheiden, " schreibt Ministerpräsident Erwin Sellering in seinem Geleitwort. Die Aktion Jarmen tut gut sammelt 282 Euro, die der Michael-Succow-Stiftung zugelost werden.                                                                                                                           Der Gesprächskreis März 2015 bündelt die Initiativen für eine Kunstmeile in Jarmener Schaufenstern unter dem Motto Kiek an, Jarmen. Peter Sorge gewinnt mit dem von ihm dazu gestalteten Logo das ausgelobte Preisgeld.

   Der Gesprächskreis Juni 2017 eröffnet zu Pfingsten ein dreitägiges "Kiek an, Jarmen" als den ersten Beitrag einer ganzen Stadt zu Kunst:Offen, dem größten Festival der bildenden Kunst im Nordosten. Engagierte Schirmherrin ist die Pantomimin Dagmar Ringstorff, und ihr Mann ist bei der Eröffnung auch dabei.

   Der Gesprächskreis Mai 2018 ist wiederum Eröffnungsveranstaltung für Kunst:Offen, die Vernissage der Schaufenstergalerie "Kiek an, Jarmen"  am Pfingstsonnabend. Die Schirmherrschaft hat diesmal Sigrid Keler übernommen, die Finanzministerin a.D. des Landes und große Kunst- und Kulturförderin. Bei der Abschlussveranstaltung am Pfingstmontag werden zum ersten Mal Preise für die schönsten Exponate und das schönste Schaufenster verliehen. Den Kunstpreis, dotiert und ausgestattet mit 1000 Euro von einer großen Zahl Jarmener Bürgerinnen und Bürger, teilen sich nach Juryentscheidung Juliane Mruk für die beiden Werke "Frostige Diva" und "Drachenhaut" und eine Kindergruppe des Kindergartens Zarrenthin unter der Leitung von Ute Hacker für die Collage "Frieden für die Welt". Der Publikumspreis fällt an Prof. Nils-Olaf Hübner für sein Aquarell "Regatta auf der Dänischen Wiek". Den Schaufensterpreis erhält Anke Kolvitz für das am schönsten arrangierte Schaufenster der Straßengalerie.

   Der Gesprächskreis November 2018 ist wohl die erste Veranstaltung, die auf den Festkreis des Jarmener Stadtjubiläums 2019 einstimmt. Anlässlich der Buchpremiere liest Beate Marie Schulz aus "Muckepuckeswinkel - eine Reise in das alte Jarmen". Dazu heißt es im Beitext:

"Land zum Leben, Mecklenburg-Vorpommern. Das sind nicht nur Städte und Dörfer, Natur und Kultur, dazu gehören auch Läuschen und Rimels und die alten Geschichten, die wir uns bis heute gerne in geselliger Runde erzählen. Wiard Schnepel (1894-1988) und Wilhelm Hacker (1920-2017) haben solche Geschichten aus dem alten Jarmen gesammelt und in Versen und Zeichnungen festgehalten. Sie sind in der Zeit angesiedelt, in der eine Dampfkleinbahn mit dem lautmalerischen Namen Mucke-Pucke die Ackerbürgerstadt an der Peene erreichte. Im Gesprächskreis Jarmen entstand jetzt die Idee, diese hübschen Meisterwerke in einem kleinen Buch aufzubewahren und mit dem Stadtjubiläum 750 Jahre Jarmen zu verbinden. Muckepuckeswinkel ist die Bühne für das kleine Welttheater in Vorpommern. Vorhang auf im Land zum Leben!" 

     Der Gesprächskreis Juni 2019 feiert das Jubiläum 750 Jahre Jarmen dreifach:

(I) Am Weltkindertag gibt der Jugendchor des Gewandhausorchesters Leipzig unter der Leitung von Frank-Steffen Elster in der St. Marienkirche ein Konzert mit Texten von William Shakespeare, vertont von Bob Chilcott, Jaakko Mäntyjärvi und Ralph Vaughan Williams.

(II) Am Freitagabend vor dem Pfingstfest findet auf dem alten Markt  die Vernissage für die Schaufenstergalerie "Kiek an, Jarmen!" statt, eingebettet in die Jubiläumsparty 25 Jahre Kunst:Offen, und zugleich wird auch die Große Zentralausstellung der Galerien, Ateliers und Kunstwerkstätten in Vorpommern eröffnet, die diesmal Besucherinnen und Besucher aus dem ganzen Land in die Jarmener  St.Marien-Kirche einlädt. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat die Schirmherrschaft für Kunst:Offen in Jarmen übernommen, der Parlamentarische Staatssekretär Patrick Dahlemann eröffnet die Veranstaltung.

(III)Im Rahmen des zweiwöchigen Festprogramms der Stadt fällt die Projektentscheidung in der Spendenaktion "Jarmen 750 tut gut". Jeder, der in den vergangenen acht Wochen eine Spende für diese Aktion gegeben hatte, durfte zugleich auch eine Verwendung für die spätere Gesamtsumme vorschlagen. Die Sammlung brachte 750 Euro zusammen, als Vorschläge gingen ein, einen Baum zu pflanzen, eine Heimatstube einzurichten, einen offenen Raum für Kunst in der Stadt zu schaffen, dem Stadtvertretervorsteher eine Amtskette zu stiften, eine Zeitkapsel für die nächste Grundsteinlegung zusammenzustellen, alle Bürgerinnen und Bürger einmalig oder immer wieder einmal zu einer Kaffeetafel oder zu einem Mittagstisch auf den Alten Markt einzuladen. Die meisten Stimmen und damit 750 Euro erhält an diesem Gesprächskreis-Abend nach mehreren Wahlgängen aller Teilnehmer das Projekt eines Findlings, der in der Mitte eines Kreisverkehrs aufgestellt werden soll und die Aufschrift "Kiek an, Jarmen! 1269 - 2019 trägt, zusammen mit einer kleinen Plakette aller Spenderinnen und Spender. Den zweiten Rang erreicht mit nur zwei Stimmen weniger das Projekt einer Litfaßsäule in der Stadt. (Im Nachgang dieses Gesprächskreises wird eine Lösung gefunden worden, auch dieses Projekt zu realisieren...) 

    

Almanach-Ausgaben  des Gesprächskreises

   Der Almanach 2018 ist zum Auftakt des Jubiläumsjahres 750 Jahre Jarmen  erschienen, "Muckepuckeswinkel - Eine Reise in das alte Jarmen". Verse von Wiard Schnepel, aufgearbeitet von Margot Peter und mit Zeichnungen von Wilhelm Hacker. Herausgeber Margot Peter, Peter Sorge, Hans-Jürgen Witt und Hans- Robert Metelmann. Schibri-Verlag Milow-Strasburg-Berlin, ISBN 978-3-86863-195-1

-"Land zum Leben, Mecklenburg-Vorpommern. Das sind nicht nur Städte und Dörfer, Natur und Kultur, dazu gehören auch Läuschen und Rimels und die alten Geschichten, die wir uns bis heute gerne in geselliger Runde erzählen. Wiard Schnepel (1894-1988) und Wilhelm Hacker (1920-2017) haben solche Geschichten aus dem alten Jarmen gesammelt und in Versen und Zeichnungen festgehalten. Sie sind in der Zeit angesiedelt, in der eine Dampfkleinbahn mit dem lautmalerischen Namen Mucke-Pucke die Ackerbürgerstadt an der Peene erreichte. Im Gesprächskreis entstand jetzt die Idee, diese hübschen Meisterstücke in einem kleinen Buch aufzubewahren und mit dem Stadtjubiläum 750 Jahre Jarmen zu verbinden. Muckepuckeswinkel ist die Bühne für das kleine Welttheater in Vorpommern. Vorhang auf im Land zum Leben!"-

   Der Almanach 2019 kommt zum Abschluss des Jubiläumsjahres heraus unter dem Titel "Alles fließt. Jarmen an der Peene und im Fluss der Zeit". Texte aus der Stadtchronik von Max Wilhelm 1902 und Gedanken von 180 Schülerinnen und Schülern aus Jarmen 2019. Herausgeber Margot Peter und Hans-Robert Metelmann. Schibri-Verlag Milow-Strasburg-Berlin, erscheint im November 2019.

-"Jarmen in Vorpommern ist eine Kleinstadt an der Peene. Die Peene gehört zu den letzten unverbauten großen Flüssen in Deutschland. Sie zieht mit einem Gefälle von wenigen Zentimetern durch das breite Peenemoor und mündet in die nicht weit entfernte Ostsee. Wenn der Meeresspiegel hoch steht, steht die Peene still oder fließt wohl sogar zurück. Manchmal wünschen wir uns, dass es mit der strömenden Zeit auch so ginge. Der Ortschronist Max Wilhelm hält 1902 Geschichte und Geschichten aus Jarmen und seinen Dörfern fest, und 180 Schülerinnen und Schüler tun 2019 in einem Schreibwettbewerb ihre Gedanken dazu. Von "Nix los" über "Wir arbeiten dran." bis "Einfach schön hier!". Die Peene strömt weiter. Hinter der nächsten Flussbiegung verlieren wir ihren Lauf aus den Augen. Alles fließt, und alles Ding hat seine Zeit, Gottes Lieb´in Ewigkeit."- 

 

 

Blick nach vorn

Wann, wo und mit welchem Thema der Gesprächskreis da nächste mal  zusammenkommt und wer den Vortrag geben wird, zeigen Einladungsplakate, aus denen seit 2011 eine schöne Kollektion entstanden ist. Der Nordkurier hat sie bei KunstOffen 2017 in Jarmen mit einer eigenen Exposition gewürdigt. Die Plakate werden auf dieser Homepage veröffentlicht, (wobei hier ihre Photographien aus urheberrechtlichen Gründen oft unterdrückt werden müssen...), sie hängen in Jarmen in verschiedenen Geschäften aus, darunter stets in der zuverlässigen Informationsstelle des Gesprächskreises in der Poststelle Schuhhaus Sorge, und sie werden elektronisch versendet an Interessierte, die sich dafür in eine E-mail-Liste eintragen können. Der Nordkurier informiert in seiner Ausgabe Vorpommernkurier regelmäßig über die anstehenden Gesprächskreise oder berichtet auch oft über ihren Verlauf oder blickt nach vorn: